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Spezialisten vor Ort nützlicher als "importiertes" UNO-Personal PDF Drucken E-Mail
Politik
Autor: Christian Holger Strohmann   
Sonntag, den 29. Mai 2011 um 15:16 Uhr

Die Vereinten Nationen haben oft die Chance verpasst, Konfliktländer beim Aufbau einer friedlichen Gesellschaft mit gestärkten nationalen Institutionen wirksam zu unterstützen, weil sie zu wenig Wert auf die nationale Beteiligung legten und es nicht gelang, Partnerschaften zu entwickeln oder Spezialisten aus den betroffenen Staaten effektiv in den Friedensprozess einzubeziehen. Das ist das Fazit des Leiters eines Expertenteams, das die Arbeit der UNO in Konflikt-Gebieten untersucht hat.

“Um die Bedürfnisse von Ländern, die eine militärische Auseinandersetzung durchlebt haben, zu befriedigen, versucht die UNO gegenwärtig ein riesiges Aufgebot an spezialisiertem Personal zu rekrutieren, anstatt Partnerschaften aufzubauen, die dann Zugang zu den erforderlichen Kapazitäten schaffen, wenn diese wirklich vor Ort gebraucht werden”, sagte Jean-Marie Guéhenno, der Leiter einer hochrangigen Beratergruppe, die sich mit den internationalen zivilen Kapazitäten für UNO-Friedensmissionen beschäftigte.

Unterschiedliche Anforderungen nicht allein durch UNO-Beamte zu erfüllen


Die Empfehlungen der Gruppe, die Mitte Mai 2011 dem UNO-Sicherheitsrat vorgelegt wurden, schließen die Schaffung einer Kernbelegschaft der Vereinten Nationen ein, die eng mit den ehemaligen Konfliktgemeinden, zivilen Spezialisten aus UNO-Mitgliedsländern, regionalen Organisationen und weiteren Partnern zusammenarbeitet. So könnten kurzfristig und effektiv jene Kräfte mobilisiert werden, die Gemeinden nach überstandenen Krisen wirklich brauchten, erklärte Guéhenno, der selbst über Jahre hinweg die Hauptabteilung für Friedensoperationen der UNO in New York geleitet hatte.

Nach seiner Einschätzung haben die von Konflikten betroffenen Länder zunehmend speziellere Anforderungen beim Aufbau einer friedlichen Wirtschaft, die vom Management natürlicher Ressourcen in Liberia bis zur Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Dafur reichen. Die UNO könne daher nicht davon ausgehen, all diesen Bedarf mit Personal aus den eigenen Reihen zu decken.

In Bezug auf den nationalen Anteil an Interventionen zur Beilegung von bewaffneten Auseinandersetzungen hob Jean-Marie Guéhenno hervor, dass ohne die umfassende Mitwirkung eigener Kräfte der betroffenen Länder bei der Überwindung von Spannungen und der Umsetzung von Reformen jegliche internationale Unterstützung keine Aussicht auf Erfolg hat.

Respekt für nationale Eigenheiten und Ansprüche erhöhen


„So hörten wir wiederholt aus Konfliktstaaten, dass wir die nationale Verantwortung nicht genügend respektieren oder die eigenen Kräfte des Landes nicht ausreichend entwickeln”, erinnerte sich der aus Frankreich stammende Guéhenno.

In ihrem Bericht empfiehlt die Beratergruppe auch, dass die Repräsentanten des UNO-Generalsekretärs in den Friedensmissionen die Autorität haben müssten, ihre Pläne und Strategien an unvorhergesehene Ereignisse anzupassen und günstige Gelegenheiten auszunutzen. Auch fordern die Experten nahtlose Arrangements innerhalb der Vereinten Nationen und die interne Operativität des gesamten Systems.

Susana Malcorra, die als Unter-Generalsekretärin für die administrative und logistische Unterstützung der Feld-Missionen der UNO zuständig ist, berichtete dem Weltsicherheitsrat, dass die Vereinten Nationen ein “ganzheitliches systemweites Konzept” anwenden, um mit den meisten von der Beratergruppe aufgeworfenen Problemen, umzugehen.

Neue UNO-Mission im Süd-Sudan wäre idealer Praxistest für Innovationen


Sie sagte, es gäbe weitestgehende Übereinstimmung bei den Hauptzielen – die nationalen Kräfte zu stärken, Mechanismen für effektive Partnerschaften mit externen Organisationen zu entwickeln und nahtlose Prozesse innerhalb der UNO zu sichern, um schnellst möglich auf Krisen zu reagieren. Laut Malcorra müssten einige dieser Ideen zunächst im operativen Feldeinsatz getestet werden. Süd-Sudan – sollte dort eine Mission genehmigt werden – würde eine gute Gelegenheit dafür bieten.

Der im Mai 2011 amtierende Vorsitzende der UNO-Kommission für Friedenskonsolidierung, Botschafter Eugène-Richard Gasana aus Ruanda, forderte, bei der Umsetzung der Vorschläge der Expertengruppe jenen Aktionen Vorrang zu geben, die unverzüglich zu spürbaren Verbesserungen der Situation in den Krisenländern beitragen. „Wir hoffen, weitestgehend das praktisch Mögliche mit den Erwartungen und Realismus mit Dringlichkeit verbinden zu können, um Veränderungen zu erreichen“, sagte er.

 

 

 

 

 

 

Polizistinnen in Sierra Leone sind eine

starke nationale Kraft (Foto: Autor)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 01. Juni 2011 um 09:02 Uhr
 

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