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Unersättliche Ausbeutung der Natur untergräbt Wachstum PDF Drucken E-Mail
Umwelt
Autor: Christian Holger Strohmann   
Sonntag, den 15. Mai 2011 um 18:04 Uhr

Die gegenwärtige Gier, mit der die Menschheit Naturstoffe konsumiert, kann nicht länger toleriert werden, warnt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in einem am 12. Mai 2011 herausgegebenen Bericht. Die Welt verfüge bereits nicht mehr über billige Rohstoffe und wertvolle Vorkommen an Erdöl, Kupfer und Gold gingen ebenfalls zur Neige, heißt es darin.

Der vom internationalen Bodenschatz-Ausschuss der UNO-Umweltbehörde verfasste Bericht sagt voraus, dass in der Mitte dieses Jahrhunderts die Weltbevölkerung geschätzte 140 Milliarden Tonnen an Mineralien, Erzen, fossilen Brennstoffen und Biomasse pro Jahr verschlingen würde. Das wäre das Dreifache der derzeitig konsumierten Menge und erfordere die dringende Abkopplung des Rohstoffverbrauchs vom ökonomischen Wachstum.

Jährlich bis zu 40 Tonnen Rohstoffverbrauch pro Kopf in Industrieländern


Nach derzeitigem Stand verbrauchen die Bürger der Industrienationen jedes Jahr durchschnittlich pro Kopf 16 Tonnen der vier Schlüssel-Naturstoffe, wobei der Verbrauch in einigen dieser Staaten an jährlich 40 Tonnen pro Person heranreicht. Im Vergleich dazu konsumiert der Durchschnittseinwohner Indiens bislang jedes Jahr lediglich vier Tonnen.

Mit dem Anwachsen der Bevölkerungszahl und des Wohlstandes, besonders in den entwickelten Ländern, liegen die Aussichten für einen noch höheren Verbrauch an natürlichen Ressourcen „bei weitem über einem nachhaltig verträglichen Niveau“, wenn davon überhaupt angesichts der limitierten Reichtümer der Erde noch gesprochen werden kann, heißt es im UNEP-Bericht.

Mit weniger mehr produzieren


Die Autoren fordern daher eine effektivere Ausnutzung der Ressourcen nach dem Motto „aus weniger mehr produzieren“. Dieses Ziel erfordert jedoch ein schleuniges Umdenken hinsichtlich der Verbindung zwischen Rohstoffnutzung und wirtschaftlichem Aufschwung. Massive Investitionen in neue Technologien sowie finanzielle und soziale Innovationen können dazu beitragen. Zumindest müsste auf Empfehlung der Studie der Pro-Kopf-Verbrauch an Rohstoffen in den wohlhabenden Staaten eingefroren und den Entwicklungsländern geholfen werden, einen umweltschonenderen Weg einzuschlagen.

Der Trend zur Urbanisierung kann möglicherweise auch dazu beitragen, meinen Experten, weil Städte die Massenproduktion und effizientere Dienstleistungen ermöglichen. Dicht besiedelte Gebiete verbrauchen weniger natürliche Ressourcen pro Einwohner als nur wenig bevölkerte Landstriche, weil die Grundversorgung mit Wasser, Wohnraum, Abfallbeseitigung, Recycling, Energie und Transportmitteln nach Beobachtungen der Autoren des UNEP-Berichts effektiver vorgenommen werden kann.

Wirtschaftswachstum nicht auf Kosten der Umwelt


“Entkoppelung macht Sinn in allen ökonomischen, sozialen und ökologischen Belangen“, sagte der Chef des UNO-Umweltprogramms Achim Steiner bei der Veröffentlichung der Studie. „Noch glauben aber die Leute, dass die Nachteile für die Umwelt der Preis seien, den wir für wirtschaftliche Vorteile zahlen müssen“.

Steiner verwies deshalb darauf, dass wir es uns weder leisten können noch müssen, so zu handeln, als wäre dieser Trend unvermeidlich. Entkoppelung sei ein Teil des Übergangs zu einer rohstoffsparenden grünen Ökonomie auf niedriger Karbonbasis, um Wachstum zu stimulieren, anständige Arbeitsplätze zu schaffen und die Armut auszurotten. Auf diese Weise würde die Menschheit laut Steiner ihren ökologischen Fußabdruck innerhalb der für den Planeten erträglichen Grenzen halten.

Planet unter enormem Druck, sagt auch UNO-Generalsekretär


Der Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen war der vierte in einer Serie, die in diesem Monat beim jährlichen Treffen der UNO-Kommission für Nachhaltige Entwicklung (CSD) vorgestellt wurde.

Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon erinnerte auf der Zusammenkunft hochrangiger Vertreter der CSD zum Abschluss der Jahrestagung am 13. Mai 2011 daran, dass wir einen fundamentalen Wandel beim Rohstoffverbrauch und dem menschlichen Konsumverhalten brauchen, da die natürliche Umwelt des Planeten unter einem nie dagewesenen Druck steht, der weit reichende soziale und ökonomische Konsequenzen nach sich zieht.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. Mai 2011 um 14:54 Uhr
 

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