Joohopia Template

Newsticker

Autoren-Log In

Karitatives

Möchten Sie Ihr Anliegen hier publizieren? Dann diesem Link folgen!

 
 

Kopfschmerzen weit verbreitet, aber kaum behandelt PDF Drucken E-Mail
Gesundheit
Autor: Christian Holger Strohmann   
Sonntag, den 08. Mai 2011 um 14:41 Uhr

Das Volksleiden Kopfschmerz gilt als die am weitesten verbreitete Erkrankung auf der Welt, bleibt jedoch oft unbeachtet und wird nur selten behandelt. Das geht aus einer am 3. Mai 2011 von der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) vorgestellten Studie hervor, die sich für höhere Investitionen im Gesundheitswesen einsetzt, um diesen Beschwerden mehr Aufmerksamkeit zu widmen und sie effektiver zu behandeln.

In ihrem Kopfschmerz-Atlas 2011 zeigt die WHO, dass im Jahr 2010 bis zu Dreiviertel aller Erwachsenen zwischen 18 und 65 Jahren von Kopfschmerzen, einschließlich Migräne und Spannungskopfschmerzen, betroffen waren. Nur ein Bruchteil der weltweit an Kopfschmerzen leidenden Menschen wurde jedoch professionell untersucht und entsprechend therapiert.

Fast zwei Drittel aller Migräne-Patienten bleiben unbehandelt

Bei Migräne und Spannungskopfschmerzen bleiben 60 Prozent der Fälle unbehandelt. Bei Kopfschmerzen, die durch eine zu hohe Einnahme von Medikamenten verursacht werden, wird nur in 10 Prozent der Fälle eine Diagnose ermittelt und danach eine Behandlung eingeleitet.

Die Spezialisten jener Länder, die sich an der Studie beteiligten, nutzten nach eigenen Angaben die Diagnose-Kriterien der Internationalen Kopfschmerz-Gesellschaft nur zu 56 Prozent. Relativ niedrig ist deren Anwendung in Afrika, im östlichen Mittelmeerraum und in Südost-Asien, wobei generell in den ärmeren Staaten sehr selten nach diesen wissenschaftlich fundierten Kriterien gearbeitet wird.

Selbstmedikation gegen die Hälfte aller Kopfschmerz-Erkrankungen

Der Bericht verweist auch darauf, dass Instrumente zur Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Kopfschmerzen nur regelmäßig in 24 Prozent der befragten Länder eingesetzt werden und nur ganz selten in den Regionen mit niedrigem Einkommen. Im Weltmaßstab behandeln geschätzte 50 Prozent der Betroffenen ihre Kopfschmerzen selbst, ohne einen Arzt für die Diagnose und Erstbehandlung aufzusuchen. Nur 10 Prozent konsultieren einen Neurologen, während in Afrika und Südost-Asien dieser Anteil noch geringer ausfällt.

Unter den speziellen Standard-Medikamenten gegen Migräne ist Ergotamin weiter verbreitet als Triptan, obwohl letzteres laut WHO-Studie als wirksamer und weniger toxisch gilt. Allerdings kostet es auch mehr. Länder aller Einkommensgruppen erklärten die Nicht-Verfügbarkeit geeigneter Präparate als Hindernis für ein effektives Vorgehen gegen Kopfschmerzen. Das kann möglicherweise auch mit der eingeschränkten Erstattung der Kosten durch die Krankenversicherungen zusammenhängen.

Volkswirtschaftliche Verluste durch Kopfschmerz höher als Behandlungskosten

Die Studie macht aber auch auf die enormen finanziellen Verluste aufmerksam, die der Gesellschaft durch kopfschmerzbedingte Arbeitsausfälle entstehen. Diese fallen weit höher aus als die Ausgaben für eine professionelle Kopfschmerzbehandlung in jedem einzelnen Land.

„Die gesundheitliche Fürsorge für Kopfschmerz-Erkrankungen muss verbessert werden und Bildungsaufwand ist erforderlich, um dies zu erreichen”, heißt es daher in dem Bericht der WHO. Vor allem brauchen die Mitarbeiter im Gesundheitswesen bessere Kenntnisse der Diagnose und Therapie jener überschaubaren Gruppe von Kopfschmerzarten, die besonders zum schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung beiträgt.

Unter dem Aspekt der sehr hohen indirekten Kosten, die durch Kopfschmerzen verursacht werden, sind laut WHO-Kopfschmerz-Atlas Investitionen in eine bessere Behandlung durch gut organisierte gesundheitliche Betreuung und wirksame Aufklärungskampagnen sehr wohl insgesamt eine Kostensparmaßnahme.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. Mai 2011 um 14:55 Uhr
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

Werbung

   
 
Copyright © 2017 Independent Pressgroup. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.

 

tmpl by joohopia