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Ist Treue heute ein “Auslaufmodell”? PDF Drucken E-Mail
Familie und Soziales
Autor: Mari Taenzer   
Freitag, den 01. April 2011 um 11:10 Uhr

Einer Zeitschrift war zu entnehmen, dass ca. 40 % der Deutschen lt. Statistik der Meinung sind, dass Treue heute gar nicht mehr möglich sei, weil die Liebe zwischen zwei Menschen durch den “täglichen Gebrauch” von allein abstumpft. Die Menschen erstreben sie zwar, wenn sie sich binden, aber monogam leben können/wollen viele nicht. Außerdem sei Treue sowieso altmodisch, wie  zuweilen erklärt wird.

Ist das wirklich so?

Man nehme das klassische Beispiel:

Er ist 20 Jahre verheiratet, hockt während einer Dienstreise allein an der Bar und neben ihm taucht eine exotische Schönheit auf, deren offensichtliche Reize und Vorzüge ihn sofort gefangen nehmen. Jetzt hat er die Qual der Wahl: Leistet er sich einen Seitensprung oder steht er auf, zahlt und geht?

Er fängt an zu überlegen, er lebt mit seiner Frau in einer harmonischen Beziehung, aber nach so vielen Jahren ist es nun mal nicht mehr ausgesprochen prickelnd. Hier sitzt SIE, die ihm ein paar abwechslungsreiche und reizvolle Stunden signalisiert und sein Jagdinstinkt ist erwacht. Er hat es selbst in der Hand, was er nun tut und zwangsläufig wird er überlegen, ob sich so ein one-night-stand für ihn überhaupt “lohnt”. Zwar muss es ja seine Frau nicht unbedingt erfahren, aber was, wenn doch? Die Scherereien sind vorprogrammiert.

Es hängt also nur von ihm ab, wie er sich jetzt verhält. Nur, weil es in seiner langen Beziehung mit den Jahren nun eben mal nicht mehr so funkt, soll er jetzt alles aufs Spiel setzen?

Es ist doch so: entscheidet er sich für die Treue, wählt er den sicheren und gefahrlosen Weg der “Langeweile”, grob ausgedrückt.

Gibt er seinem Verlangen nach und betrügt seine Frau, bedeutet das zwar für ihn einen Moment intensiver Leidenschaft, aber auch seelische Unruhe, vielleicht gar Schlaflosigkeit.

Er befindet sich also in einem seelischen Zwiespalt.

Psychologen haben bereits in den 30er Jahren die "Zwangseinehe" zum “Hort der Neurosen” gemacht. Sie bezeichneten die Monogamie als “unnatürlichen Zwang”.

Wie kann das sein, denn wir wünschen uns ja "eigentlich" die gegenseitige Treue, warum aber reagieren wir dann nach wie vor so auf biologische Reize? Warum haben wir uns das nicht schon längst abgewöhnt?

Der Wiener Evolutionsbiologe, Karl Grammer, bezeichnet diese innere Zerrissenheit, als eine “Zwickmühle zwischen Natur und Kultur“.

Es ist ja tatsächlich so: Fremder und spontaner Sex ist ein absoluter Kraftspender, er kommt sogar noch vor dem Fitness-Studio! Unsere NATUR sagt Ja zur Untreue, unser KULTURKREIS Nein.

Ganz offensichtlich aber haben heute sehr viele junge Leute wieder den WERT der Treue erkannt. Sie haben begriffen, dass es da noch etwas anderes gibt, als "nur miteinander zu “schlafen“. Selbst ganz junge Menschen geben heute an, sie wollen ihrem Partner VERTRAUEN können, sich auf ihn VERLASSEN können und darum möchten sie auch, dass ihr Partner ihnen treu bleibt. Umso mehr zeigen sich diese Gefühle, je schwieriger sich die häusliche bzw. familiäre Situation der Jugendlichen darstellt. Sie suchen einen “Hort der Sicherheit”, einen “Zufluchtsort” für sich und ihre Seelennöte. Und genau das hoffen sie beim Freund bzw. der Freundin zu finden. Diese jungen Menschen suchen die Liebe und mehr und mehr auch wieder die Treue. Die Doppelmoral unserer Großeltern ist überholt, in der sich der Ehemann eine Geliebte nehmen konnte, seine Frau aber nicht. Dann kam der Trend zur “Selbstverwirklichung” - auch in Bezug auf die Sexualität -. Das haben wir nun offensichtlich hinter uns gelassen und gelangen zu der Erkenntnis, dass u.a. eben die Treue eine der großen Säulen in einer Partnerschaft ist. Paartherapeuten erklären uns, dass nicht die lange ZEITdauer einer Beziehung die Liebe und die Treue killt, sondern DAS, was in dieser Zeit mit uns PASSIERT, was wir uns gegenseitig ANTUN.

Es geschieht nun mal in einer langjährigen Verbindung, dass man sich gegenseitig einmal durch harte Worte, Gesten oder auch unbedachte Taten verletzt, dass Vertrauen zuweilen auch ein paar Risse abbekommt - das ist durchaus normal und kaum vermeidbar. Wichtig allein ist doch, wie wir miteinander umgehen können, wie sachlich und positiv wir streiten können, wie ehrlich wir zueinander sind… und wie WICHTIG und EINMALIG der Partner für uns ist. Wir wollen ihn ja behalten und nicht verlieren.

Warum also sollte man ihm/ihr dann nicht auch treu bleiben können?

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 03. April 2011 um 09:29 Uhr
 

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