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Wenn das Herz "bricht" PDF Drucken E-Mail
Gesundheit
Autor: Petra S   
Donnerstag, den 10. März 2011 um 19:25 Uhr

Kürzlich las ich in einem Sprechzimmer einen sehr interessanten Kommentar über das s.g. "Broken-Heart-Syndrom" bei älteren Frauen. Bislang brachte ich dieses Phänomen immer mit den guten alten Kitschromanen in Verbindung, in denen die Heldin schon mal an einem gebrochenen Herzen verstarb. In der heutigen Zeit bedenkt man diese Erscheinung eher mit einem mitleidigen Lächeln, kann man sich als moderner Mensch doch kaum mehr vorstellen, dass jemandem gleich wegen zurückgewiesener Liebe das Herz bricht.

Schnell wurde mir jedoch beim Lesen klar, dass dieses Syndrom wirklich gar nichts mit dem o.g. Klischee zu tun hat und auch nicht für junge Frauen gilt, sondern - ganz im Gegenteil - es trifft in der Regel Frauen jenseits des Klimakteriums. Meist ist die Ursache für diesen bedrohlichen Zustand ein furchtbarer Schrecken, ein plötzliches Leid, eine akute Bedrohung oder auch ein heftiger familiärer Streit. Und tatsächlich hat der Ausdruck "broken heart" gar nichts mit dem "Brechen und Bersten des Herzens" zu tun. Wissenschaftler beschreiben die Begleiterscheinungen dabei mit Atemnot und starken Schmerzen im Brustbereich ähnlich wie denen des Herzinfarkts (auch das EKG zeige ein solches Bild wie beim Infarkt), tatsächlich aber handele es sich "nur" um einen "Pseudo-Infarkt". Heute bezeichnet diese Erscheinung die Medizin als Kardiomyopathie, wobei dies eine Art Muskelerkrankung des Herzens ist, bei der vornehmlich die linke Herzkammer der Patientinnen betroffen ist. Man könne sich das so vorstellen, dass sich die Herzmuskelzellen bei einem solchen "Anfall" vollkommen verkrampfen und nicht mehr entspannen können. Auf diese Weise könne es zum Reißen der Zellmembranen kommen.

Allerdings verläuft das Broken-Heart-Syndrom nicht tödlich; der Arzt verabreicht in solchen Fällen Medikamente, die den Herzrhythmus kontrollieren (s.g. beta-Blocker), die als "Gegenspieler" des Stress-Hormons Adrenalin zu verstehen sind, das im Moment des aktuen Zustands bei den betroffenen Frauen um das 10fache erhöht ist. Meistens sind die Beschwerden nach etwa zwei Wochen vorbei, in dieser Zeit hat sich der Muskel wieder entspannt und erholt. Wer allerdings von der Krankheit schon betroffen war, sollte sich in Zukunft schonen, denn es besteht eine gewisse Wiederholungsgefahr.

Von daher gilt also der kultige Satz: "Sie ist an gebrochenen Herzen gestorben" für widerlegt und bekommt medizinischerseits eine völlig andere Bedeutung.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. März 2011 um 00:19 Uhr
 

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