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Dioxin - Krebs auf Raten Dioxine in deutschem Tierfutter - mangelhafte Verbraucherinformation PDF Drucken E-Mail
Umwelt
Autor: gata linda   
Montag, den 21. Februar 2011 um 03:05 Uhr

Dioxin, bekannt als "Seveso-Gift", ist eigentlich eine chemische Verbindung, die bei Verbrennung organischen Materials, entsteht. Jedoch entstehen Dioxine in unterschiedlicher chemischer Toxizität (Giftigkeit), je nachdem, wieviele Chloratome (es können bis zu acht sein) sich an die durch Sauerstoff verbundenen Benzolringe heften, die bei der Verbrennung z.B. von PCP entstehen.

Dioxin: Seveso Gift 2,3,7,8 TCDD?


Die Futtermittelfabrik Harles und Jetzsch aus Uetersen hat Deutschland in den Medien in die Nähe der Seveso-Katastrophe gerückt, indem sie Dioxin-verseuchte Futtermittel herstellte und in Umlauf brachte. Nun aber in Panik zu verfallen und sofort an Massenmord zu denken, ist aus chemischer Sicht so nicht notwendig, denn glücklicherweise gibt es ja unterschiedliche Arten von Dioxinen, und nicht alle weisen die gleiche Toxizität auf wie das Sevesodioxin.

 

 

Dioxin, Krebs und Fehlbildungen bei Kindern

Das grösste Problem an allen Dioxinen dürfte die hohe Stabilität sein, die allen Dioxinen eigen ist. So entstehen zwar Dioxinverbindungen schon beim Verbrennen von 160 Grad, sie werden aber erst bei 800 Grad wieder unschädlich gemacht.

Was das bedeutet, ist leicht zu verstehen, auch wenn man kein Chemiker ist:

Jede dioxinhaltige Substanz, ob das nun ein Masthähnchen ist, menschliche Überreste, Futterrückstände, tierische Fleischabfälle, kurzum, jedes belastete Material, welches in die Umwelt gelangt, bleibt dort jahrelang erhalten und reichert sich an, ebenso speziell in Fettgeweben von Mensch und Tier. Insofern begünstigt die wiederkehrende Aufnahme von Dioxinen Krebsbildung und Fehlentwicklungen bei ungeborenen Kindern, die Totgeburtsrate kann sich ebenfalls erhöhen. Speziell in der Muttermilch finden sich kumulierte Werte von Dioxin, wenn Mütter diese über die Nahrung aufgenommen haben.

Dioxin in der Natur

Sowohl Waldbrände als auch Schwammarten produzieren Dioxin. Bei jeglicher Verbrennung werden diese Substanzen freigesetzt und reichern sich in Böden und Gewässern an. Dioxine unterscheiden sich daher sehr in der Toxizität. An 75 untersuchten Dioxinen zeigte sich, dass diejenigen, die mit 4-6 Chloratomen ausgestattet sind und diese in der Position 2,3,7,8 aufweisen, eine hohe Toxizität haben. Hochchlorierte Dioxine sind geringradiger toxisch sowie auch niederchlorierte.

So ist z.B. vollchloriertes Oktachlordioxin etwa 100.000 mal weniger giftig als das bekannte TCDD Seveso-Dioxin.

Versäumnisse der Politiker

Interessant wäre daher zu erfahren,welche Art von Dioxin sich in dem von Harles und Jentzsch produzierten Tierfuttern befunden hat, auch für etwaige Todefälle aus der Vergangenheit und aktuelle Erkrankungsfälle wäre dies eine absolute Notwendigkeit, da Dioxine auch in geringen Dosen als Krebs-Promoter gelten, je nachdem, um welche Dioxinverbindung es sich handelt. Bislang ist zu diesem Thema keine profunde Aussage zur Information der Bevölkerung erfolgt, man beklagt nur, dass der Futtermittelhersteller über Jahre hinweg verseuchte Fettsäuren in Umlauf gebracht habe. Mangelhafte Kontrollen der Futtermittelhersteller und der Produkte

Es ist daher die logische Frage, weshalb es staatlicherseits bisher niemandem auffiel, dass hier tonnenweise dioxinverseuchtes Futter verkauft und verfüttert wurde, wieso es keine Kontrollen gab, und wenn es sie gab, wieso wurde das nicht gefunden? Ferner ist die Frage, wieso bei gesundheitsamtlichen Stichproben das Fleisch aus diesen Mastbetrieben nicht auf Dioxin untersucht wurde, denn es kann doch gar nicht sein, dass über Jahre hinweg derartige Vorfälle unentdeckt bleiben.

Forderung nach höheren Strafen

Es werden die Forderungen nach höheren Strafen für die Verursacher laut, erst Gammelfleisch, dann Dioxin. Die Frage nach den behördlichen Verantwortlichen stellt dabei aber niemand. Die Herstellung von künstlichem Futter für Schlachttiere muss auch genehmigt worden sein, wo sind diejenigen, die die Betriebszulassung erteilt haben, die diese Futtermittel untersucht haben? Was waren die Ergebnisse? Hier nur nach dem Verursacher zu fragen, ist zuwenig getan, gemessen an den Umweltschäden, die möglicherweise entstanden sind und noch in Generationen nachwirken können.

Auch sollten die Namen von Betrieben und Händlern offengelegt werden, die von dem Dioxinfutter betroffen sind, um ggf. Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, sich auf Rückstände untersuchen zu lassen und ihre eigenen Waren zuhause zu kontrollieren. All dies ist Aufgabe der Behörden, nicht blinde Panikmache und publikumswirksame Rufe nach höheren Gefängnisstrafen, sondern man muss zunächst den Schaden mal benennen und den evt. Geschädigten Hilfen zukommen lassen. Nur - davon ist Deutschland im Moment weit entfernt, eine überforderte Verbraucherschutz-Ministerin sagte gegenüber Bild

„Ich begrüße es, dass sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat. Entscheidend ist, dass verunreinigtes Futter schnell sichergestellt wird und belastete Produkte nicht mehr in den Handel gelangen“, so die Ministerin.

Wer betroffenen Menschen hilft, die durch diese jahrelange Dioxinbelastung evt. geschädigt sind, sagt sie jedoch nicht.

Entscheidend wäre, die Verbraucher umfassend zu informieren und so Schaden von den Menschen abzuwenden. Monatelange Ermittlungen hinter verschlossenen Türen sind da wenig hilfreich. Vielleicht erfährt der Verbraucher ja in wenigen Jahren, um welches Dioxin es sich überhaupt handelte, wenn Frau Aigner diese Information irgendwann einmal an die Öffentlichkeit gelangen lässt. Oder man fragt sich eben bei Wikileaks durch, damit man wenigstens weiss, ob man seinen Krebs nun von den Hähnchen oder von den Flussforellen hat. Oder ob es vielleicht doch mehr die Verbrennungsanlagen betrifft, oder die Mülldeponien...von missgebildeten oder totgeborenen Kindern ganz zu schweigen.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. Februar 2011 um 12:42 Uhr
 

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