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Behinderung als Chance oder wie Nazis Darwin missbrauchen PDF Drucken E-Mail
Familie und Soziales
Autor: Independent Pressgroup   
Sonntag, den 20. Februar 2011 um 03:53 Uhr

 

http://www.onlinezeitung24.de/article/3995

Als "Survival of the fittest" wird gerne die Haltung zitiert, wenn man einem Behinderten das Lebensrecht abspricht, oder wenn man rechtfertigen will, dass man zu keiner Rücksichtnahme gegenüber einem körperlich oder geistig benachteiligten Menschen bereit ist.
Dass gerade Behinderte die ganze Last der Evolution auf ihren Schultern tragen und deshalb den besonderen Schutz der Gesellschaft verdienen, wird dabei gern ausser Acht gelassen.

Unbedacht äussern schon Jugendliche ihre Respektlosigkeit auf dem Schulhof, da wird der Klassenkamerad mal eben zum "Spasti" oder zum "Behindi", es werden Namen wie "Krüppel" verwendet, wenn man zum Ausdruck bringen will, dass man jemanden beleidigen will. Nur wenige Menschen können mit Behinderung und Behinderten wirklich unbefangen umgehen, manche lehnen unterbewusst den Menschen ab, der ihnen da so unbefangen nahekommt, denn manche Behinderung äussert sich z.B. auch in einer Form der Distanzlosigkeit.

In Internetforen bekommt man manchmal einen kleinen Einblick in das Seelenleben von Müttern behinderter Kinder: "wenn du erfährst, dass dein eigenes Kind behindert oder schwer krank zur Welt kommen wird, dann ist das, als habe man eine Reise nach Hawaii gebucht und beim Aussteigen erfährt man, dass man in Holland gelandet ist"... Die Enttäuschung ist noch nichteinmal das grosse Problem, wichtiger ist die beständige Sorge, die die Eltern um das kranke Kind haben und die ihr Denken vollständig einnimmt. Und irgendwann, wenn die medizinischen Probleme erstmalig bewáltigt sind, stellt man dann fest, Holland ist auch nicht schlecht....

 

Ungebundene, viel unsicherere und schwächere Individuen, die neues versuchen und vielerlei versuchen, sind es, an denen der Fortschritt hängt: unzählige dieser Art gehen zu Grunde ohne Wirkung, aber im Allgemeinen lockern sie auf und bringen so von Zeit zu Zeit dem stabilen Elemente eine Schwächung bei, führen an irgend einer schwachgewordenen Stelle etwas Neues ein. Dies Neue wird von dem im Ganzen intakten Gesamtwesen allmählich assimiliert. Die degenerierenden Naturen, die leichten Entartungen sind von höchster Bedeutung. Überall wo ein Fortschritt erfolgen soll, muß eine Schwächung vorhergehen.
Nietzsche
Nietzsches Fortführung des rolphschen Argumentes: – der Einfluß der „äußeren Umstände“ ist bei Darwin ins Unsinnige überschätzt; das Wesentliche am Lebensprozeß ist gerade die ungeheure gestaltende, von Innen her formschaffende Gewalt, welche die „äußeren Umstände“ ausnützt, ausbeutet … - Endogene Veränderung statt Selektion / Zufall! - Entwicklung von innen heraus! - Wille zur Macht: Auslassung von Kraft, „grosse Vernunft“ des Leibes (Zara) … - Kritik an Darwins angeblicher Fassung des Utilitätsprinzips - ethische Relevanz dieses Prinzips (Verinnerlichung, Weitergabe von „angeleibter“ Erfahrung an die Nachkommen)

Wird die Evolutionstheorie bemüht, um klarzumachen, dass man die benachteiligten Menschen, die Schwachen, die Kranken, ruhigen Gewissens vernachlässigen dürfe, bedient man sich menschenverachtender, ja unmenschlicher Argumente, die man als "Sozialdarwinismus" bezeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Verbindung mit der wissenschaftlich diskreditierten Theorie menschlicher Rassen bildete der Sozialdarwinismus einen Grundpfeiler der Ideologie des Nationalsozialismus und seiner „Lebensraum“-Doktrin. Aufgrund der propagierten Ungleichheit und der beispielsweise hieraus resultierenden Betonung des Rechts des Stärkeren ist der Sozialdarwinismus heute ein Wesensmerkmal des Rechtsextremismus.
http://de.wikiped...arwinismus

Eugeniker und Rassisten bezogen sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts typischerweise auf Erkenntnisse der Evolutionstheorie, obwohl aus dem Darwinismus nicht zwangsläufig eine bestimmte politische Ideologie folgte, um ihre Forderungen als wissenschaftlich fundiert zu verbrämen.

In Deutschland wurde durch den Zoologe Ernst Haeckel der Boden für den Sozialdarwinismus bereitet, wodurch ein Bogen von der Biologie des Tieres und der Übertragbarkeit auf den Menschen geschlagen wurde.

 

Die Rassenhygiene stützte sich - nach Schmuhl - auf das monistische Axiom des Sozialdarwinismus, nach dem das gesellschaftliche Geschehen sich aus den darwinistischen Entwicklungsgesetzen erklären lasse.(Wikipedia)
Anhänger des Sozialdarwinismus geben dem Begriff des Survival of the Fittest in der Regel eine Umdeutung, die durch den biologischen Zusammenhang, in den Darwin ihn stellte, nicht gedeckt ist. Laut Darwin war nicht das Überleben an sich, sondern die Zeugung möglichst vieler überlebens- und fortpflanzungsfähiger Nachkommen Grundlage biologischen Erfolges. Die Formel "survival of the fittest" wird im Deutschen oft fehlerhaft übersetzt:

Dabei meint sie nicht grösste "Fitness", sondern beschreibt die Anpassungsfähigkeit einer Art an die jeweils herrschenden Umweltbedingungen.

Dazu zeigt sich, dass sowohl die von Sozialdarwinisten abgelehnte genetische Vielfalt als auch die Existenz altruistischer Verhaltensweisen in der Natur weit verbreitet sind und sich meist positiv auf die evolutionäre Fitness einer Art auswirken.

Ein früher Kritiker herkömmlicher sozialdarwinistischer Theorien auf der Grundlage einer Theorie der Kooperation war der Anarchist und Geograph Pjotr Alexejewitsch Kropotkin mit seinem 1902 erstmals erschienen Buch Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt. Eine aktuelle Theorie der symbiotischen Evolution vertritt Lynn Margulis

Das heisst im Klartext, dass gerade die Unterstützung und Hilfe, die Menschen ihren hilfebedürftigen Mitmenschen entgegenbringen, der Arterhaltung dienen und dem Überleben der Gemeinschaft förderlich sind. Also genau das Gegenteil dessen, was Sozialdarwinisten aus Darwins ursprünglichem Antritt gemacht haben.

Aber zurück zur Thematik, Behinderung als Chance.

Ein prominentes Beispiel von schwerer Krankheit und Behinderung ist sicher kein geringerer als

Prof. Dr. Stephen Hawking,

ehemals Inhaber des Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge, den einst Sir Isaac Newton und Paul Dirac innehatten. Erst im erwachsenen Alter diagnostizierte man bei ihm eine Erkrankung namens ALS Diese Krankheit kann prinzipiell jeden treffen, eine erforschte Ursache dafür gibt es noch nicht. Auch wenn man zu den eigentlich "fitten" gehört, kann sich dieser Umstand jederzeit ändern, ob durch einen Virus, einen Unfall oder schlichtweg Vererbung. Niemand sollte sich also zu sicher fühlen, nur weil ihm BISHER eine schwere Krankheit, Behinderung oder gesundheitliche Probleme erspart geblieben sind.

Manch ein Verfechter der verfälschten darwinistischen These lernt ganz von selbst dazu, wenn er plötzlich zur Gruppe derer gehört, die eben nicht unversehrt und ohne körperliche Beeinträchtigung durch´s Leben gehen müssen.

Er lernt, wie wichtig Respekt, Empathie und Rücksicht in einer sozialen Gesellschaft sind, und wie sehr das Fehlen dieser Attribute schmerzen kann. Das Geheimnis ist, nicht nur zu sehen, was Behinderte nicht können, sondern sie ihre individuellen Möglichkeiten ausschöpfen zu lassen und sie dabei zu unterstützen.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 25. April 2011 um 14:46 Uhr
 

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