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Internet-Arztpraxis: Ab sofort gibt´s die virtuelle Behandlung mit DrEd PDF Drucken E-Mail
Gesundheit
Autor: Bettina Daiber   
Dienstag, den 29. November 2011 um 15:43 Uhr

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Nun gehört auch die Online-Arztpraxis dazu. Die Idee stammt aus London und wird ab dem kommenden Sonntag auch in Deutschland praktiziert. Konkret bedeutet das: Patienten können via Internet die Sprechstunde der Online-Ärzte besuchen und je nach Diagnose mit Rezepten versorgt werden. Wie seriös dieses Modell ist, bleibt allerdings fraglich.

Online-Apotheken sind in der virtuellen Landschaft inzwischen ein gewohntes Bild, aber dass jetzt auch der Gang zum Arzt übers Internet erfolgen kann, ist neu. Seit August dieses Jahres praktiziert "DrEd" bereits in London. Nun soll diese Neuerung auch den deutschen Patienten zugänglich gemacht werden. Ein Jurist, zwei Mediziner und ein Ökonom stecken hinter dem Projekt. Doch Gesundheitsexperten warnen vor der virtuellen Behandlung und sehen große Risiken bei solchen Ferntherapien.

Ist die Online-Praxis seriös?

Corinna Schaefer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin, äußert sich skeptisch gegenüber der Online-Sprechstunde: "Online Diagnosen abzufragen und dann Medikamente zu verschreiben, ist riskant. Ein Arzt muss zuvor den Patienten gesehen haben." Auch der Apotheker und Mediziner Wolfgang Becker-Brüser kritisiert das neue Online-Praxismodell: "Diese Angebote dienen in meinen Augen häufig nur dazu, in einem lukrativen Bereich, der sogenannten Lifestylemedizin, Geld zu machen."

Die medizinischen Bereiche, die "DrEd" mit seiner Online-Behandlung abdeckt, sind allerdings eingeschränkt. Es werden neun Krankheitssparten behandelt, darunter Erkrankungen wie beispielsweise Asthma, zu hoher Blutdruck oder Tripper. Auch Potenzprobleme, Verhütungsmittel, Reisemedizin, Hilfe gegen Haarausfall oder die Raucherentwöhnung stehen auf dem Programm.

Ohne Hausarzt geht es meist dann doch nicht

Dass die Online-Ärzte in vielen Fällen allerdings keine Diagnose via Internet stellen können, ohne den Patienten persönlich erst mal vor Augen gehabt zu haben, dürfte klar sein. In den meisten Fällen muss die Diagnose zuvor schon vom Hausarzt festgestellt worden sein, sodass nur noch ergänzende Fragen zum Krankheitsbild gestellt werden. Bei Bedarf können auch Fotos an "DrEd" übermittelt werden. Zusätzlich muss der Patient einen Fragebogen bezüglich des Medikamenten-Nebenwirkungs-Checks ausfüllen und bekommt eventuell Selbsttests zugeschickt, die später an ein kooperierendes Labor zur Auswertung geschickt werden.

Dass diese Methode allerdings weitaus umständlicher ist, als diese Dinge direkt beim Hausarzt erledigen zu lassen, ist offensichtlich. Vermutlich werden trotzdem einige Menschen auf den Online-Arzt zurückgreifen, vor allem wenn es darum geht, Viagra verschrieben zu bekommen oder wenn es um Geschlechtskrankheiten geht. Die Schamgrenze ist bei einem virtuellen Arztbesuch weitaus geringer als beim herkömmlichen Gang zum Arzt. Was jedoch gerne verkannt wird, sind die Nebenwirkungen, die bei einem Fernrezept nicht weniger gefährlich sind. Auch Viagra kann mitunter lebensbedrohliche Nebenwirkungen haben.

In Deutschland sind Online-Praxen verboten

In Deutschland direkt eine Online-Arztpraxis zu eröffnen, ist bislang aus juristischer Sicht noch nicht möglich. In der Berufsordnung der deutschen Ärzte ist nachzulesen, dass es in Deutschland verboten ist, ärztliche Beratungen "ausschließlich über Kommunikationsmedien oder Computerkommunikationsnetze" durchzuführen. "DrEd" kann seine Online-Praxis aus England trotzdem in Deutschland eröffnen, da sich die englischen Mediziner auf eine EU-Richtlinie berufen, die erst im April dieses Jahres in Kraft getreten ist. Wie viele Menschen sich in Deutschland auf die fragwürdige Behandlungsmethode einlassen werden, bleibt abzuwarten.


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. November 2011 um 12:17 Uhr
 

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